Hängebrücke an der Olperer Hütte im Zillertal

Rundtour im Zillertal: zwischen Olpererhütte und Friesenberghaus

Wanderer springen in die Luft, reißen die Hände hoch und machen Spagat: Für ihr Traumfoto auf der Hängebrücke an der Olpererhütte legen sie sich mächtig ins Zeug.

Das Traumfoto an der Hängebrücke

Auf Facebook, Instagram und anderen sozialen Netzwerken ist ein Hype um die Hängebrücke am Berliner Höhenweg entstanden. Von ihr habe ich fast so viele Fotos auf Facebook gesehen, wie von den Drei Zinnen. Sie ist eines der beliebtesten Fotomotive im Zillertal. Und auch Ihr, unsere tourtricks-Leser, seid von der Hängebrücke begeistert und habt Eure Fotos bei uns auf Facebook gepostet:

Seitdem die Fotos im Netz kursieren, ist es mit der Ruhe am Schlegeisspeicher vorbei. Besonders an sonnigen Sommertagen strömen viele Wanderer hinauf: Sie wollen die herrliche Aussicht von der Olpererhütte auf den Stausee genießen – als Tagestour ohne Übernachtung.

Eine Tagestour auf dem Berliner Höhenweg

Die Olpererhütte liegt am Berliner Höhenweg. Sie ist nur zwei Stunden Gehzeit vom Friesenberghaus entfernt – ideal, für eine ambitionierte Tagestour. Unsere Rundwanderung führt

  • vom Schlegeisspeicher zur Olpererhütte hinauf,
  • über den Berliner Höhenweg zum Friesenberghaus,
  • [vom Friesenberghaus zum Petersköpferl und zurück],
  • und von dort zum Schlegeisstausee zurück.

Die Gehzeit liegt bei fünfeinhalb Stunden – mit Abstecher auf das Petersköpferl sogar bei sechseinhalb.

Schlegeisspeicher
Morgens am Schlegeisspeicher: Gleich wandern wir los

Start am Schlegeisspeicher

Thomas und ich gehen auf dem Parkplatz des Schlegeisspeichers los, ein paar Meter hinter der Dominikus-Hütte. Von hier führt ein mittelschwerer Wanderweg zur Olpererhütte hinauf. Der etwas steile Weg ist anstrengend, aber ideal, um aufzusteigen. Für den Abstieg wählen wir den leichteren Weg vom Friesenberghaus.

Wir sind vom Anblick des Schlegeisspeichers verzaubert. Das Wasser funkelt in der Sonne, dahinter das Panorama der schneebedeckten Gletscher der höchsten Dreitausender der Zillertaler Alpen. Die 131 Meter hohe Mauer wirkt mächtig: Kaum zu glauben, dass Menschen sie geschaffen haben.

Schlegeis Speicher Zillertal
Der Schlegeisspeicher im Zillertal: das Wasser funkelt in der Sonne; im Hintergrund die Dreitausender Gipfel der Zillertaler Alpen

Der Aufstieg auf die Olpererhütte

Vom Radfahren und Joggen sind wir halbwegs fit und erreichen die Olpererhütte in der geplanten Zeit: in 1,5 Stunden. Unterwegs überholen wir einige Wanderer, die ordentlich aus der Puste sind. Sie brauchen für die knapp 600 Höhenmeter deutlich länger als wir. Der herrliche Ausblick auf den Schlegeis lässt mich die Mühe schnell wieder vergessen.

Ausblick Schlegeisspeicher von Olpererhütte
Der Ausblick auf den Schlegeisspeicher unterhalb der Olpererhütte

Thomas und ich sind im Herbst bei klarem Wetter unterwegs und die Olpererhütte ist bereits geschlossen. Wo im Sommer sonst viele Wanderer auf der Sonnenterrasse sitzen, genießen wir im Oktober die Stille. Ich packe unsere mitgebrachten Würstchen und unseren Zillertaler Käse aus.

Die Olpererhütte: Traumterrasse mit Schlegeis Blick

Ist die Olpererhütte geöffnet, lohnt es sich dort einzukehren. Die Bewertungen im Netz sind sehr gut: Wanderer loben das leckere Essen, den Kaiserschmarrn und die freundliche Bedienung – selbst an vollen Tagen. Das Panorama auf den Schlegeis ist gewaltig; die Sonnenterrasse einer der schönsten Plätze des Zillertals.

Olpererhütte im Zillertal
Die Olpererhütte im Sommer: die Sonnenterrasse ist oft gut besucht

Die Hängebrücke an der Olpererhütte

Für unsere Tagestour behalte ich die Zeit im Auge. Lange Pausen sind nicht drin: von der Olpererhütte zum Friesenberghaus liegt die Gehzeit bei zwei Stunden und ich habe wenig Hoffnung, dass wir noch Zeit rauslaufen können. Trotzdem ist die Versuchung unentwegt da, zu stoppen: Ein Foto hier, ein Foto da – die Zeit verfliegt.

An der Hängebrücke oberhalb der Olpererhütte halten wir nur kurz an. Für mein Traumfoto möchte ich zu einem anderen Ort: Er ist magisch, etwas abseits und einzigartig.

Hängebrücke an der Olpererhütte
Die Hängebrücke an der Olpererhütte: eines der beliebtesten Fotomotive im Zillertal (hier etwas unspektakulär von der Seite :-))

Schnuppertour auf dem Berliner Höhenweg

Weiter geht‘s auf dem Berliner Höhenweg. Er ist an einigen Stellen sehr schmal und für Einsteiger schwierig zu gehen. So können sich Fernwander-Anfänger auf dieser Tagestour ausgiebig testen. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind auf dem schwarzen Weg ein Muss. Deshalb bin ich vorsichtig und achte auf jeden Schritt. Die Kamera lasse ich in meiner Tasche.

Berliner Höhenweg zwischen Olpererhütte und Friesenberghaus
Der Berliner Höhenweg zwischen Olpererhütte und Friesenberghaus. Steine über Steine säumen den Weg.

Das Friesenberghaus und sein Hausberg

Auch am Friesenberghaus ist die Sommersaison vorbei und die Hütte bereits geschlossen. 2012 war ich das letzte Mal hier und stolz wie Oscar nach elf Stunden Höhenweg das Berghaus zu erreichen. Die Gaststube war gemütlich, die Wirte freundlich und das Hüttenessen lecker. Das hat sich bis heute nicht geändert. Die Online-Bewertungen des Friesenberghauses sind top und so positiv wie die von der Olpererhütte. Stein auf Stein gebaut und mit grünen Fensterläden geschmückt, ist es wunderschön anzusehen.

Friesenberghaus vom Petersköpferl aus
Beim Abstieg vom Petersköpferl: ein wunderbarer Ausblick auf das Friesenberghaus

Das Petersköpferl: ein Meer aus Steinen

Wir liegen am Friesenberghaus gut in der Zeit und wollen noch auf den Hausberg hinauf. Bis zum Petersköpferl sind es nur 30 Minuten zu Fuß. Für mich ist der einsame Gipfel ein ganz besonderer Platz: ein Meer aus Steinen mit dem Schlegeisspeicher am Horizont. Er ist ein magischer Ort – ideal, um Kraft für den Alltag zu tanken. Inspirierend, faszinierend und wundervoll: Mit seinen Stoamandl ist das Petersköpferl das schönste Fotomotiv.

Petersköpferl im Zillertal
Das steinerne Meer oberhalb des Friesenberghauses: ein Ort der Ruhe, Inspiration und Freiheit.

Viele inspirierende Momente später, wandern Thomas und ich zum Friesenberghaus zurück. Seit umserem Aufbruch dort ist mehr als eine Stunde vergangen. Die vielen Steine und Felsen auf dem Weg haben uns Zeit gekostet. Jetzt müssen wir uns sputen. Auf dem Weg zum Stausee sparen wir kaum eine Minute Zeit, auch wenn der Weg nicht schwierig ist.

Blick beim Abstieg vom Friesenberghaus in Richtung Schlegeisspeicher
Der Abstieg vom Friesenberghaus zum Schlegeisspeicher: ein einfacher Weg und landschaftlich wunderschön

Leichter Abstieg vom Friesenberghaus

Entlang von Wiesen und Bächen wandern wir vom Friesenberghaus hinab. Ich genieße es, nebenbei auf den Stausee zu schauen und die Füße etwas zu entspannen. Der Abstieg ist nicht schwer und die Aussicht auf den Stausee weiterhin herrlich. Die von Steinen besetzte Landschaft weicht saftig grünen Wiesen. Wie die meisten Wanderer bin ich glücklich und habe mein Traumfoto im Gepäck: vom steinernen Meer – einem magischen Ort.

Ein Sonnenstrahl am steinernen Meer: Mein Traumfoto am Petersköpferl

Alternative: Olpererhütte über die Neumarkter Runde

Eine anderer Rundweg über die Olpererhütte ist die Neumarkter Runde. Ich bin sie selbst noch nicht gegangen, habe aber schon viel Gutes darüber gehört. Das Teilstück vom Schlegeis zur Olpererhütte ist gleich. Oben angekommen geht Ihr dann aber nicht nach rechts über die Hängebrücke auf den Berliner Höhenweg, sondern in entgegen gesetzter Richtung. Die Wanderung wird im Gegensatz zu der von uns beschriebenen Tour als mittelschwer eingeschätzt und braucht weniger Zeit. Sie dauert nur 4,5 Stunden.

Unsere Leserin Heidi Borgelt hat mich an die Runde erinnert, von der sie selbst begeistert ist: „Für mich eine der herrlichsten Wanderungen wegen der grandiosen Aussicht auf den Zillertaler Hauptkamm und auf den Schlegeisstausee.“

Und auch unser Leser André Steingrüber ist ein Fan von der Neumarkter Runde, die in der Regel weniger überlaufen ist. Für die Seilsicherungen, die ca. 90 Steinstufen und ein schmales ausgesetztes Stück, braucht Ihr ebenso Trittsicherheit und Schwindelfreiheit wie für den Berliner Höhenweg. Trotzdem ist der Rundweg machbar, wie André uns schildert: „Die kurzen Seilsicherungen sind kein großes Problem. Da ich auch etwas Höhenangst habe, kann ich das bestätigen“, schreibt André.

Wenn Ihr Fragen zu unserer Tour oder zur Neumarkter Runde habt, kommentiert einfach unseren Beitrag. Ich freue mich drauf und bin sicher, auch Heidi und André lesen hier mit 🙂

Unsere Rundtour im Überblick: Olpererhütte – Friesenberghaus

  • Start/Ziel: Parkplatz Schlegeisspeicher
  • Adresse fürs Navi:
    • Dornauberg 107, 6295 Österreich
  • Teilabschnitte:
    • Schlegeisspeicher-Olpererhütte: 1,5 bis 2h
    • Olpererhütte-Friesenberghaus: 2 h
    • (Friesenberghaus-Petersköpferl-Friesenbergh.: 1h)
    • Friesenberghaus-Schlegeisspeicher: 2h
  • Dauer Rundweg: 
    • 5,5 bis 6 h ohne Petersköpferl
    • 7h mit Petersköpferl
  • Höhenmeter:
    • Schlegeisspeicher: 1782m
    • Olpererhütte: 2388 m
    • Friesenberghaus: 2498m
    • Petersköpferl:2679m
  • Anreise:
    • Auto: Mayrhofen –> Ginzling –> Mautstraße Schlegeis
    • Bahn/Bus: bis Mayrhofen, Bus nach Ginzling/Schlegeis
  • Alternative: Neumarkter Runde

Schlegeisspeicher: Die Erlebnistour zur Rotbachlspitz

Vom Schlegeisspeicher gibt es weitere tolle Touren, zum Beispiel die Erlebnistour zur Rotbachlspitz. Sie bietet Euch ein herrliches Eisgipfelpanorama von fast 3.000 Metern Höhe und eine Einkehr im Pfitscherjochhaus, das bereits zu Italien gehört. In unserem Blogbeitrag über die Rotbachlspitz erfahrt Ihr alles Wichtige über die Tour.

Gipfel Rotbachlspitz
Das Gipfelkreuz der Rotbachlspitz bietet ein malerisches Panorama

Wandern im Zillertal: Die tourtricks-Touren im Überblick

4 Gedanken zu “Rundtour im Zillertal: zwischen Olpererhütte und Friesenberghaus

  1. Toller Artikel, der gleich Lust auf mehr macht.
    Ich kann mich noch gut an unsere erste Wanderung zum Friesenberghaus erinnern. Es war 1996 und wir waren mit dem Postbus zum Schlegeis hinauf. Es war dort oben sehr gemütlich und der Wirt spendierte das ein oder andere Schnapserl. Auf die Frage, wie lange wir denn zurückbräuchten, sagte man uns : „Eineinhalb Stund'“. Das war narürlich sehr sportlich. Wir schafften dann grad noch den letzten Bus nach Ginzling um 18Uhr. Die letzte halbe Stunde im Dauerlauf.

    1. Hallo André, lustige Geschichte. Ist ja noch mal alles gut gegangen bei Dir. Bei der letzten Runde zwischen Olperer Hütte und Friesenberghaus waren wir auch spät dran und sind fast runter gerannt… hat aber auch noch geklappt Was Gehzeiten angeht, ist es immer sehr riskant, Einheimische zu fragen. Die haben nen anderes Tempo. Hätte ich aber auch, wenn ich da ständig unterwegs sein könnte.
      Gruß Christina

  2. Wir haben hier auch unsere Fernwander-Absicht und Hüttentauglichkeit getestet. Vom Schlegeis ging es hinauf zum Friesenberghaus, dann über den Berliner Höhenweg zur Olperer-Hütte. Dort übernachteten wir und sind am nächsten morgen über die „Neumarkter Runde“ wieder abgestiegen.
    Wir können diese Runde nur empfehlen. Für zwei Tage nicht zu lang, zwei tolle Hütten am Weg und bei gutem Wetter einen wunderschönen Panoramablick!

    1. Hallo André, danke für den Tipp. Da kann man wirklich eine super Zwei-Tagestour draus machen. Viele Münchner suchen ja gern nach solchen Wochenendtouren. Viele Grüße Christina

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