Grawandhütte in Winterlandschaft

Wandern im Zillertal: auf in den Zemmgrund

Bei uns geht kein Urlaub im Zillertal vorüber, ohne eine Wanderung in den wunderschönen Zemmgrund. Dieses landschaftlich schöne Seitental ist ein absolutes Muss: Natur pur, urige Hütten und regionale Speisen warten auf Euch.

Der Zemmgrund im Zillertal: Blick auf die Grawandalm
Der Zemmgrund im Zillertal: ein wunderschönes Seitental des Zillertals

Unsere Wanderung startet am Alpengasthaus Breitlahner in Ginzling kurz vor der Auffahrt zum bekannten Schlegeisspeicher. (Adresse fürs Navi: Dornauberg 70, 6295 Ginzling). Gegen eine Parkplatzgebühr stellen wir unser Auto am Breitlahner ab. In der Vergangenheit haben wir auch schon den öffentlichen Bus genommen, dessen Haltestelle sich direkt am Breitlahner befindet.

Dieses Berghaus am Start der Tour ist ein echter Hingucker: Einst diente der Breitlahner den Menschen als Umschlagsplatz für Verpflegung, Brennholz und Baumaterial für die Hütten im Zemmgrund. Das Fachwerk ist hübsch anzusehen und das erste Foto im Kasten.

Start der Tour am Gasthof Breitlahner: Am Anfang noch Regen, später dann Schnee…

Grawandhütte: die Hütten im Herzen des Zemmgrunds

Auf unserer heutigen Wanderung in den Zemmgrund (Überblick am Ende des Beitrags) werden wir an vielen Hütten vorbeikommen: Deshalb ist die Tour im Sommer, wenn die Hütten geöffnet sind, so reizvoll für Touristen.

Eine der Hütten im Zemmgrund ist die Grawandhütte: Sie ist eineinhalb Wanderstunden vom Startpunkt, dem Breitlahner, entfernt. Für uns war sie über viele Jahre DER Grund, um in das gut besuchte Seitental zu wandern.

Foto von Grawandhütte
Grawandhütte bei Schnee: ein romantischer Kraftplatz mit Herz

Denn von 2016 bis 2018 haben Martin und Elisabeth – ein nettes Pächterpärchen – die Grawandhütte betrieben. Sie richteten die Hütte seinerzeit mit viel Liebe ein, hüllten die Räume in ein besonders uriges Flair und versorgten die Gäste mit typisch regionalen Spezialitäten. In Vorbereitung auf die Sommersaison hat ihr Koch mehrere tausend Knödel drei Tage lang per Hand in der Hüttenküche geformt.

Doch vom Herzlzimmer, der urigen Jagdstube und den selbstgemachten Knödeln in der Hüttenküche mussten wir uns 2018 verabschieden. Die Grawandhütte wurde in ihren früheren Zustand vor 2016 zurückversetzt und sucht nun ein neues Pächterpärchen. (Stand 22.01.2019) Wir sind gespannt, ob bis zum Sommer 2019 neue Pächter gefunden sind und halten Euch auf dem Laufenden.

Grawandhütte von innen
Die frühere Jagdstube der Grawandhütte: Die ehemaligen Pächter Elisabeth und Martin hatten sie hergerichtet. Nun wurde sie in den früheren Zustand zurückgebaut

Wie auch immer es mit der Grawandhütte weitergeht: Der Zemmgrund ist so oder so eine Wanderung wert. Das herrliche Seitental mit dem Zemmbach bietet für jede Art Wanderer Pausen- und Einkehrziele. Viele Hütten und außergewöhnlich prächtige Berghäuser wie die Berliner Hütte warten darauf, entdeckt zu werden.

Also kommt mit, wir starten die Tour.

Die Klausenalm: das kurze Ziel zum Verweilen

Nach dem Start am Breitlahner kommen wir schon nach zehn Minuten auf die urige Klausenalm zu. Mit Blumen und regionalen Hinstellerchen wirkt die Hütte einladend: Am liebsten würden wir uns schon hier her hocken.

An der Klausenalm beobachten wir viele Familien mit kleinen Kindern sowie Senioren. Sie ist das leicht zu erreichende Pausenziel für alle, die weite Wege scheuen. Ein Esel zum Streicheln, Spielzeug für die Kleinen und traditionelle Zillertaler Spezialitäten halten Groß und Klein bei Laune.

Die urige Klausenalm: besonders beliebt bei Familien

Mit einem sehnsuchtsvollen Einkehrblick wandern wir – wie so oft – an der Klausenalm vorbei: Uns drängt die Zeit, wenn wir die Berliner Hütte auf über 2.000 Metern als Tagestour noch erreichen wollen. Von anderen Zillertalurlaubern haben wir schon viel Positives von der Klausenalm gehört: Vor allem die Grillabende sollen sich lohnen.

Hinter der Klausenalm geht der Forstweg noch eine Zeit lang flach neben dem Zemmbach weiter (mind. 30 Minuten). An einigen Stellen kommen wir nah an das Wasser des Zemmbaches ran und genießen die Nähe zur Natur.

Ganz nah am Zemmbach: Hinter der Klausenalm öffnet sich der Zemmgrund und entfaltet seine ganze Pracht

Erst 45 Gehminuten vom Start am Breitlahner entfernt, zieht sich der Forstweg plötzlich in die Höhe hinauf. Eine weitere Dreiviertelstunde geben wir ordentlich Gas und lassen uns vom Anstieg nicht abschrecken. Nach einem langen geraden Anstieg auf dem Forstweg kommen wir auf die Grawandhütte zu.

Schroffe Felsen liegen hinter der Hütte. An ruhigen Tagen und Abenden haben wir von der Terrasse schon Gemse durch den Schnee springen sehen.

Grawandhütte Zillertal
Die Grawandhütte im Zillertal sucht momentan einen Pächter (Stand 22.01.2019)

Schutzhütte Alpenrosenhütte und Waxeggalm: weitere Ziele für den Einkehrschwung

Zu den höheren Zielen gehen wir hinter der Grawandhütte weiter: An der unbewirtschafteten Grawandalm vorbei zieht sich der Weg über den schmaler werdenden Forstweg zur Alpenrosenhütte auf 1.878 m hinauf. Das imposante Berghaus mit 80 Betten liegt nur rund 30 Minuten unterhalb der denkmalgeschützten Berliner Hütte auf dem Berliner Höhenweg – dem Hauptziel unserer Tagestour.

Alpenrosenhütte im Zemmgrund Zillertal
Alpenrosenhütte im Zemmgrund: Hinter der Hütte geht der kürzere und beliebtere Weg zur Berliner Hütte hinauf

Von anderen Wanderern haben wir einen besonderen Tipp erhalten. Deshalb wandern wir an diesem Tag nicht direkt von der Alpenrosenhütte zur Berliner Hütte hinauf. Stattdessen gehen wir zu der 5 Minuten entfernten Waxeggalm auf der anderen Bachseite hinüber. Hinter der der urigen Hütte beobachten wir ein buschiges Murmeltier auf dem Felsen in der Sonne. Hier lohnt es sich die Augen aufzuhalten.

Waxeggalm im Zillertal
Die noch geschlossene Waxegalm im Mai: direkt hinter der Hütte an den Felsen sind die Murmeltiere zu Hause. Von hier gibt es ebenfalls einen Wanderweg zur Berliner Hütte

Von der Waxeggalm nehmen wir den Pfad zu einem Wanderweg auf, der uns über einen kleinen Umweg hinauf zur Berliner Hütte führt (wichtig: nicht dem Wanderweg zum Furtschaglhaus folgen).

Berliner Hütte: imposantes Ziel nach einer langen Tagestour

Der Aufstieg über die Waxeggalm zur Berliner Hütte ist deutlich weiter: Statt einer halben Stunde über den direkten Zustieg benötigen wir etwa eine Stunde zur Berliner Hütte hinauf, zu der wir schon oberhalb der Waxeggalm hinüber sehen können.

Was für einen herrlichen Ausblick haben wir von dieser Seite auf die Berliner Hütte. Wir staunen beim Wandern so sehr, wie schon lange nicht mehr, und können uns kaum auf den Weg konzentrieren. Jahrelang sind wir auf dem direkten Weg von der Alpenrosenhütte zu dem imposanten Berghaus hinauf, ohne zu wissen, was wir verpasst haben.

Zillertal Blick Berliner Hütte
Schöner Ausblick auf die Berliner Hütte vom Wanderweg oberhalb der Waxeggalm
Berliner Hütte im Zillertal
Die Berliner Hütte im Zillertal: eine der imposantesten Hütten in Tirol

An der Berliner Hütte spüren wir schon von außen die lange Historie dieses denkmalgeschützten Berghauses: Bereits 1878 erbaut ist sie heute ein wichtiger Stützpunkt des Berliner Höhenwegs – einer mehrtägigen Hüttentour, die im Sommer immer häufiger gegangen wird.

Über die Terrasse gehen wir in den holzgetäfelten Speisesaal hinein, der uns in die Anfangszeit des Berghauses zurückversetzt. Wann haben wir jemals so viel Schönes an einem Tag gesehen?

Speisesaal Berliner Hütte
Der holzgetäfelte Speisesaal der Berliner Hütte

Die Wanderung im Überblick

Start: Alpengasthaus Breitlahner, 1.257 m
Adresse: Dornauberg 70, 6295 Ginzling
Wegweiser: Grawandhütte, Berliner Hütte
Schwierigkeit: leicht bis mittel
Ziel 1: Klausenalm, 1.301 m
Ziel 2: Grawandhütte, 1.636 m
Ziel 3: Alpenrosenhütte, 1.878 m
Ziel 4: Waxeggalm, 1.880 m
Ziel 5: Berliner Hütte, 2.042 m
Wegart: Forstweg bis Alpenrosenhütte, danach Steig
Grawandhütte: 1,5 h ab Breitlahner
Alpenrosenhütte: 2 – 2,5 h ab Breitlahner
Berliner Hütte: 2,5 – 3,5 h ab Breitlahner
Paken: kostenpflichtig am Breitlahner

Wandern in der Gunggl: auf zur urigen Maxhütte

Ähnlich urig wie die Grawandhütte früher ist die Maxhütte in der Gunggl. Wirtin Christa tischt in der Stube oder auf der Terrasse selbstgebackene Kuchen oder Kaiserschmarrn auf.

Die Tour in die Gunggl – einem abgelegenen Seitental des Zemmtals – wandern wir oft bei schlechtem Wetter, um uns mit einem urigen Hüttenbesuch zu belohnen. Das Besondere an der Tour: Dieses Tal ist nur zu Fuß erreichbar. Lästige Forstwege müssen wir nicht gehen. Erfahrt mehr über die Wanderung in die Gunggl, in unserem Blogbeitrag über die Maxhütte.

Beitragsbild Blogbeitrag Maxhütte
Der Blogbeitrag über die Maxhütte: eines der urigsten Ziele im Zillertal

2 Gedanken zu “Wandern im Zillertal: auf in den Zemmgrund

  1. So schön geschrieben, dass man gleich wieder loswandern möchte. Die Tour über die Waxeggalm zur Berliner Hütte ist auch noch geplant- im letzten Jahr war ich doch etwas in Eile‍♂️.

    Die Klausenalm eignet sich auch prima für eine Einkehr auf dem Rückweg. Für einen Heidelbeerjoghurt ist immer noch Platz. Auch sehr zu empfehlen ist der Teller mit den 3.Stücken Kuchen.
    Einmal in der Woche (in den letzten Jahren immer Dienstags) gibt es auf der Klausenalm auch einen netten Grillabend mit Musik vom Karl.

    1. Danke für Deinen Kommentar, André. Der Abstecher über die Waxeggalm zur Berliner Hütte lohnt sich wirklich sehr und so viel weiter ist es gar nicht…

      Danke auch für Deine Tipps zur Klausenalm

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