Gipfelkreuz des Gaulkopfes im Zillertal

Der geheime Gipfel: der Gaulkopf im Zillertal

Er ist ein echter Geheimtipp und fast nur unter den Einheimischen bekannt: der Gaulkopf im Zillertal. Wir erzählen Dir mehr über die Tour und, warum dieser Gipfel etwas ganz Besonderes ist.

Gaulkopf: Die Tour im Überblick

  • Start
  • Gipfel:
    • Gipfelkreuz Gaulkopf/Gaulspitze
    • Höhe: 2.411 Meter
  • GPS-Daten:
  • Einkehr
  • Dauer: (mittelsportlich)
    • Ginzling – Maxhütte: 1h
    • Ginzling – Gaulkopf: 3:20 h
    • Auf- und Abstieg: 7:30 h
  • Schwierigkeitsgrad:
    • Maxhütte: leicht bis mittel
    • Gaulkopf: schwer/steil (schwarz)
  • Wetterbedingungen: 
    • nur bei trockenem Wetter
    • Berg ist schattig & feucht (auch bei Sonne)
  •  Fahrrad / Kinderwagen: 
    • Fahrrad & Kinderwagen: nein
    • auch nicht bis Maxhütte

Gaulkopf: unberührt und ruhig

Seit über 20 Jahren fahre ich ins Zillertal: Viele Male bin ich schon auf der Maxhütte gewesen. Doch noch nie hatte ich vom Gaulkopf gehört, bis ich ihn auf der Facebook-Seite eines Zillertalers entdeckte.

Er ist ein wunderschöner Gipfel, den kaum einer kennt, obwohl so viele Menschen hoch zur Maxhütte wandern. Der Gaulkopf ist geheimnisvoll: Nur ein kleiner markierter Weg führt zu ihm hinauf. Weit und breit ist keine Beschilderung zu sehen. Das hat uns angetrieben und Furcht eingeflößt zugleich: Denn wir sind alles andere als Actionhelden und nicht in den Bergen zu Hause.

Damit Ihr den Weg auch ganz sicher findet, stellen wir Euch hier die GPS-Daten für den Gaulkopf zum Download bereit – im oberen Teil des Beitrags bei unseren Tourdaten im Überblick.

Fünf Gründe, warum der Gaulkopf  ein einzigartiges Gipfelkreuz ist

Wir haben für Euch fünf Gründe, warum der Gaulkopf ein ganz besonderes Gipfelkreuz für uns und viele Einheimische ist:

1. Geheimtipp

Das Gipfelkreuz gibt es erst seit knapp über zehn Jahren. Schürzenjäger und Bergführer Willi Kröll hat es gemeinsam mit Freunden der Bergrettung Ginzling und Bergfreunden am 12. August 2006 errichtet. Seitdem hat sich das Gipfelbuch kaum gefüllt: Innerhalb eines Jahres haben Wanderer nur zwei Seiten beschrieben.

Viele Eintragungen im Gipfelbuch sind von Ginzlingern oder Zillertalern. Nach über 20 Jahren Urlaub im Zillertal fühlten wir uns geehrt, als Randberliner und Flachländer dort gewesen zu sein. Wir haben den schweißtreibenden Weg zum Gipfel erklommen.

Der Weg dorthin gab uns tatsächlich den ein oder anderen Kick. Obwohl wir jedes Jahr einmal in den Wanderurlaub fahren, sind wir weit weniger geübt als Einheimische. Und damit sind wir beim zweiten Grund, warum der Gaulkopf für uns etwas Besonderes ist.

Aufstieg Gaulkopf Zillertal
Der Aufstieg zum Gaulkopf: Die letzten Meter haben es in sich.

2. Adrenalinkick

Der Gaulkopf bringt Action: Er ist zwar nur 2.411 Meter hoch, hat es aber in sich. Wenn Ihr wie wir nicht regelmäßig in den Bergen auf anspruchsvollen Touren unterwegs seid, spürt Ihr bei dieser Tour schon einen leichten Nervenkitzel.

Von Anfang an geht es recht steil bergauf. Gerade Stellen für Stehpausen gibt es kaum. Ein Wanderweg ist nur selten vorhanden: Wir müssen uns an den Markierungen im Gelände orientieren und den leichten Trittspuren vor uns folgen. Die Markierungen finden wir schnell: Bergführer Willi Kröll hat den Weg erst im August 2016 frisch markiert.

Ob die Wanderung wirklich gefährlich ist, hängt von Euch selbst ab. Steil und schmal ist der Weg auf jeden Fall – mit Respekt und sorgfältig gewählten Schritten, lässt sich der Weg zum Gipfel aber meistern. Trotzdem können wir den hohen Anspruch von Willi Kröll auf dem Weg spüren.

Und was spricht noch für den Gaulkopf?

Aufstieg Gaulkopf Zillertal
Schmale Wege oder Trittspuren: Die Wanderung zum Gaulkopf ist vielseitig

3. Unberührte Natur

Der Weg ist einsam und naturbelassen. Auf der Maxhütte erfahren wir, dass schon viele Wanderer auf dem Weg zum Gipfel umgedreht sind. Der Gaulkopf ist deshalb kein Gipfel für jedermann. Und so hat es Bergführer Willi Kröll auch gewollt: Hier kommen eben nur Wanderer mit Erfahrung und Sportsgeist hinauf.

Gipfel des Gaulkopfs im Zillertal
Zum Gipfelkreuz geht es fast ausnahmslos ohne Umweg steil hinauf. Erst kurz vor dem Gipfel bekommen wir das Gipfelkreuz zu sehen.

Gut erreichbare Gipfel gibt es im Zillertal genug. Sie lassen sich teils mit Seilbahn, teils mit Auto erreichen. Der Gaulkopf ist fern von alledem. Er liegt im Naturpark, kennt keine Fahrstraßen, keine Seilbahn und keine gewöhnlichen Touristen. Hier gibt es nur die Natur und Dich. Und wenn doch mal jemand anderes den Weg mit Dir kreuzt, dann schau gut hin: Es könnte jemand ganz Besonderes sein.

4. Hausberg

Als Hausberg ist der Gaulkopf das Ziel vieler Ginzlinger. Unter ihnen sind viele Prominente: Bekannte Persönlichkeiten und Musiker aus dem Zillertal kommen aus Ginzling. Dazu gehören natürlich Willi Kröll, aber auch die Musiker der früheren Hegl – Ulrich und Alexander Huber.

Die Huber-Brüder gehen desöfteren auf ihren Hausberg hinauf. Und so passiert es nicht selten, dass sie auf der Maxhütte zusammen kommen und gemeinsam musizieren. Einen unvergesslichen Tag – den kann der Gaulkopf Wanderern leicht bescheren. Dafür sorgt auch ein Besuch in der urigen Maxhütte.

Weg Gaulkopf oberhalb Maxhütte
Von der Maxhütte geht der Weg gleich ziemlich gerade hinauf: In wenigen Minuten haben wir schon ordentlich Höhe gewonnen

5. Maxhütte

Die Maxhütte ist auch ohne die Gipfelwanderung zum Gaukopf ein Erlebnis: Das einsame Gunggl-Tal hat schon viele Bergliebhaber verzaubert – und wenn es die Natur nicht schafft, sorgen die Sandhofers mit ihren Leckereien dafür. Besonders beliebt ist Christa’s selbstgebackener Kuchen und der Kaiserschmarrn der urigen Hütte. Letzte Tipps zum Aufstieg könnt Ihr Euch ebenfalls von den Hüttenwirten holen. Sie kennen sich mit dem Gipfel und dem wohl schönsten Gipfelkreuz des Zillertals bestens aus.

Mehr über die Maxhütte gibt es in unserem tourtricks-Beitrag:

Die Schlechtwetter-Tour: Urig einkehren in der Maxhütte

Maxhütte in der Gunggl
Die Maxhütte im Zillertal: Eine der urigsten Hütten im Zillertal. Wirtin Christa Sandhofer hat viele Geschichten über die Hütte parat.
Kaiserschmarrn Maxhütte Zillertal
Der Kaiserschmarrn der Maxhütte im Zillertal: ein Hochgenuss
Maxhütte Ginzling Zillertal
Die Maxhütte von innen: So gemütlich ist es, wenn das Wetter mal nicht so stimmt.

6. Wunderschönes Gipfelkreuz

Der Gaulkopf hat kein gewöhnliches Holzkreuz. Die Schlosserei von Erich Trinkl hat es nach Willi Krölls Vorstellungen in Mayrhofen gefertigt und das Steinmännchen, das bis 2006 den Gipfel markierte, in das Gipfelkreuz integriert. Besonders sympathisch sind die Fotos im Gipfelbuch: Sie zeigen die Helfer, die das Kreuz vor mehr als zehn Jahren aufgestellt haben. In all dieser Zeit hat das Kreuz nichts an Schönheit verloren und wunderbare Momente geschaffen: So hat manch ein Bergsteiger vor der wunderschönen Bergkulisse mit dem einmaligen Kreuz schon um die Hand seiner Frau angehalten. Traut Euch und fragt einfach mal auf der Maxhütte nach. 😉

Und so sind wir am Ende dieser wirklich anstrengenden Tour noch immer keine Actionhelden, fühlen uns aber wie welche.

Errichtung Gaulkopf Gipfelkreuz 2006
Die Errichtung des Gipfelkreuzes im August 2006: Willi Kröll mit Bergfreunden und der Bergrettung Ginzling

Tipps für Zillertaler Gipfeltouren

Wir haben schon viele schöne Wandertouren im Zillertal unternommen. Die Rotbachlspitz mit ihrem wunderschönen Eisgipfel-Panorama hat uns auch etwas Nervenkitzel beschert – wie der einsame Gaulkopf.

Die Erlebnistour zur Rotbachlspitz: Eisgipfel-Panorama auf beinahe 3.000 Metern

Weitere Touren im Zillertal

Unser privater Blog tourtricks ist ein reines Hobbyprojekt. Die Touren, für die wir schon die Zeit hatten, sie aufzuschreiben, findet Ihr hier:

Urlaubsplan: eine Woche im Zillertal

Nach vielen Jahren Sommerurlaub im Zillertal wissen wir, wo es am Schönsten ist. Die besten Tipps für Familien haben wir in unserem Urlaubsplan für eine Woche Familienurlaub im Zillertal zusammengestellt.

Sommerurlaub im Zillertal: sieben Tage Familienspaß

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