Maxhütte Zillertal Ginzling

Die Schlechtwetter-Tour: Urig einkehren in der Maxhütte

Wer im Sommer Urlaub im Zillertal macht, hat fast immer einen Regentag dabei. An diesen Tagen macht es trotzdem Spaß zu wandern – zur urigen Maxhütte im Gunggltal.

Die Maxhütte war früher noch ein Geheimtipp; heute lockt ein großes Schild immer mehr Gäste ins Gunggltal hinauf. Das hübsch bemalte Schild zeigt die Maxhütte eingebettet vom herrlichen Bergpanorama der Gunggl. Es steht kurz hinter dem Naturparkhaus in Ginzling – links an der Straße, wo wir dem Wegweiser zirka eine Stunde hinauf zur Maxhütte folgen. (Tourenbeschreibung am Ende des Beitrags)

Wegweiser Maxhütte Zillertal
Der Wegweiser zur Maxhütte zeigt Wanderern schon am Startpunkt, wie schön es in der Gunggl ist

Aufstieg zur Maxhütte: Regenschutz im Wald

Mit Bergschuhen an den Beinen trauen wir uns auch bei Regen diese mittelschwere kurze Wanderung zu gehen. Im Wald sind wir vor leichtem Regen geschützt und werden nicht so nass wie auf einer freien Strecke.

Trotzdem müssen wir vorsichtig sein: An einem nassen, mit Moos bedeckten Stein komme ich kurz ins Rutschen – auch mit Bergschuhen. Als wir vorsichtig weiter gehen, achte ich besser auf meine Schritte.

Wanderweg zur Maxhütte
Der Aufstieg zur Maxhütte: Über viele Steine und Wurzeln geht es zur Hütte hinauf

Den Weg zur Maxhütte finden wir mit unserer Kondition nicht schwer: Er schlängelt sich durch den Wald hinauf in die Gunggl – durchsetzt von Steinen und Wurzeln. Nicht selten müssen wir größere Schritte über höhere Steine machen.

Ab und zu treffen wir Wanderer, die sich den Weg zur Maxhütte leichter vorgestellt haben. Denn besonders Einheimische empfehlen die Tour gern als leichte Wanderung weiter. Doch so leicht ist sie nicht: Trittsicherheit ist wichtig. Für Kinderwägen und Fahrräder ist die Tour nicht geeignet.

Draußen und drinnen: urig und echt

Die Maxhütte ist eine ehemalige Jagdhütte mit besonders urigem Flair. An kalten und nassen Tagen heizen die Hüttenwirte Christa und Hannes Sandhofer die Hütte ordentlich ein: Dann wird es richtig kuschelig dort oben.

Bis zu 35 hungrige Wanderer machen es sich an gut besuchten Tagen in den liebevoll eingerichteten Stuben gemütlich: Hüttenwirtin Christa hat sich hier richtig Mühe gegeben und die Stuben mit schönen Vorhängen und Wandpolstern dekoriert.

Maxhütte Ginzling Zillertal
Die Maxhütte von innen: So gemütlich ist es, wenn das Wetter mal nicht so stimmt.

Als wir ankommen, sitzen wir trotz klirrender Kälte erst draussen: Hüttenwirt Hannes sieht mir die Kälte von knapp 6 Grad an und begrüßt uns mit warmen Decken. Im Sommer hätten wir uns besseres Wetter gewünscht, uns aber nicht wohler fühlen können.

Die Maxhütte ist wegen ihrer Gemütlichkeit und der malerischen Kulisse des Gunggltals bei Wanderern so beliebt. 2023 wird die Maxhütte 200 Jahre alt – so hat sie ihren urigen Charme nicht zuletzt ihrem Alter zu verdanken.

Im Jahr 1976 haben die früheren Pächter sie zu einem beliebten Wanderziel umgebaut. Ihr dunkles Holz versprüht von innen und außen einen gemütlich-romantischen Charme. Alte Holztäfelchen am Eingang zeigen Wanderern schon bei der Ankunft, was es zu Essen gibt.

Eine Gaumenfreude: Christa’s Maxhütten-Kuchen

Bekannt ist die Maxhütte vor allem für den selbstgebackenen Kuchen von Hüttenwirtin Christa. Sie backt pro Woche sieben bis acht verschiedene Kuchen: Topfen-, Mohn-, Apfel-, Heidel- oder Erdbeer-Linzer-Kuchen.

Wir haben uns für den Marillenkuchen und einen Kaiserschmarrn entschieden – einfach lecker. Doch auch das deftige Essen kommt auf der Maxhütte gut bei den Gästen an: Am liebsten essen Christa’s Gäste Röstkartoffeln mit Speck und Ei, Kaiserschmarrn sowie Knödel und Pressknödel.

Marillenkuchen Maxhütte Zillertal
Der Kuchen von Christa: Dafür ist die Maxhütte im Zillertal bekannt
Kaiserschmarrn Maxhütte Zillertal
Kaiserschmarrn auf der Maxhütte: Er gehört zum Lieblingsessen der Maxhütten-Besucher

Hüttenbesuch: Spaß für Groß und Klein

Als beim Essen dann doch noch die Sonne herauskommt, macht’s auf der Maxhütte doppelt Spaß. Dafür sorgen der Gunggl-Bacherl und der Spielplatz für Kinder, an dem die Kleinen an einem Felsblock das Klettern üben. Erwachsene Wanderer wie wir machen es sich auf der Terrasse in der Sonne gemütlich und genießen die Bergkulisse.

Nicht selten kehren bekannte Zillertaler Musikanten in die Maxhütte ein. Gemeinsam mit Hüttenwirt Hannes, der selbst mehr als 35 Jahre musiziert, wird dann die Musi aufgespielt.

Geheimtipp Gaulkopf: das Gipfelkreuz der Ginzlinger

Wenn es nicht regnet und mehrere Tage sonnig war, gehen wir von der Maxhütte noch auf den Gaulkopf hinauf. Direkt gegenüber von der Maxhütte führte noch 2017 ein frisch markierter Weg zum Gipfel hinauf. Über die Hüttenwirte haben wir von diesem Gipfel erfahren, der ein echter Geheimtipp der Zillertaler und der Ginzlinger ist.

Aufstieg Gaulkopf Zillertal
Der Aufstieg zum Gaulkopf: Die letzten Meter haben es in sich.

Über 1.000 Höhenmeter müssen wir über einen steilen und kaum sichtbaren Weg von der Maxhütte hinaufsteigen: Ein mutiges Unternehmen für Flachländer, die bisher noch keinen Berg des Schwierigkeitsgrades der Stufe T4 gegangen sind. Der Gaulkopf ist eben kein Gipfelkreuz für jedermann.

Wirt Hannes hat seiner Christa auf dem Gaulkopf 2010 einen Heiratsantrag gemacht und kann den Weg gut beschreiben. Mehr über die Tour erfahrt Ihr auch in unserem Blogbeitrag.

Beitragsbild Der geheime Gipfel: der Gaulkopf im Zillertal

Ginzling entdecken: Der Rundweg um das Bergsteigerdorf

Bei Regenwetter lassen wir den Gaulkopf lieber sein und genießen die gemütlichen Stunden auf der Hütte. Beim Abstieg lohnt es sich, noch eine Dorfrunde um Ginzling zu drehen.

Kurz bevor wir wieder das Schild zur Maxhütte in Ginzling erreichen, führt uns ein Abzweig nach rechts den Rundweg in Ginzling entlang. Die Wolken hängen über das Bergsteigerdorf, das wir vom Berghang beobachten.

Dorfrunde Ginzling schöne Aussicht
Schöne Aussicht vom Wanderweg der Dorfrunde Ginzling

Nach zirka 15 bis 20 Minuten endet der Rundwanderweg auf der Teerstraße, die bergab zum Naturparkhaus nach Ginzling führt. Wir folgen dem Weg, um uns das Dorf noch etwas anzusehen und gehen am Naturparkhaus vorbei zum Dorf-Café und weiter links an der Ziller entlang. Schon nach weiteren 10 bis 15 Minuten sind wir wieder am Wegweiser, der Gäste hinauf zur Maxhütte führt.

Ob Regen oder Sonne: Die Maxhütte ist für Groß und Klein eine tolle Tour – bei jedem Wetter.

Überblick: Wanderung zur Maxhütte

  • Start der Tour:
    • Ginzling: kurz hinter dem Naturparkhaus
    • Parken am Wegweise / Hinweisschild zur Maxhütte
  • Adresse fürs Navi:
    • Zillertal Str. 239, 6295 Ginzling
    • bis Mayrhofen, dann weiter bis Ginzling
  • Dauer:
    • Maxhütte (1.445 m): zirka 1 h
    • Gipfel des Gaulkopfs, zirka 3,5 h
  • Schwierigkeitsgrad:
    • Maxhütte: leicht bis mittel
    • Gaulkopf: schwer
  • Fahrrad / Kinderwagen:
    • Nicht möglich
  • Weitere Infos:
    • Kompass Wanderführer Zillertal, Nr. 44, Seite 156

Wanderungen im Zillertal: Die tourtricks-Touren im Überblick

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