Kapelle zum Heiligen Valentin: Traumblick auf den Zillergrund-Stausee

An der Kapelle zum Heiligen Valentin hast Du einen genauso herrlichen Stauseeblick wie an der berühmten Hängebrücke der Olperer Hütte im Zillertal. Der Unterschied: Die romantische Kapelle ist ein Ort der Stille.

Kapelle zum Heiligen Valentin oberhalb des Gasthauses „Einkehr zum Adlerblick“ am Zillergrund

Seit 2009 steht die kleine Kapelle zum Heiligen Valentin oberhalb des Gasthauses „Einkehr zum Adlerblick“ am Zillergrund-Speicher. Bei unserem Besuch des Adlerblicks nach unserer Wanderung im Juni 2021 erfahren wir, dass es sich bei dem kleinen Kirchlein um ein Herzensprojekt der Familie Obermair handelt, die seit 18 Jahren die Gastwirtschaft betreibt.

Blick von der Terrasse des Gasthauses „Einkehr zum Adlerblick“ auf den Stausee des Zillergrund-Speichers

Ein Kirchlein in Gedenken an ihren Opa

Die Obermairs haben die Kapelle in Gedenken an ihren verstorbenen Opa errichtet und sie nach dem Heiligen Valentin benannt, seinem Namenspatron. Der Opa war dem Zillergrund sehr verbunden und dort einst als Melcher tätig. Ihm zu Ehren ist das Kirchlein entstanden – ein wunderbarer Ort der Stille.

Stille ist nicht nur das Fehlen von Geräuschen, Stille ist vielmehr auch die Einkehr in sich selbst.

Diese Worte stehen auf einem Stein neben der Kirche. Sie wirken auf uns. Und so halten wir einen Moment inne, bitten im Gästebuch um Gesundheit und Glück für unsere Lieben und gedenken unseren verstorbenen Familienmitgliedern und Freunden, die wir so schmerzlich vermissen: Uroma Anna, Opa Fritz, Gertraud und Friedl.

Valentin: Der „Starke, Gesunde“

Valentin ist lateinisch und heißt der „Starke, Gesunde“: Er heilte Kinder mit Epilepsie, so auch das Kind zu seinen Füßen auf der wunderschönen Holzstatue, die das Kirchlein beherbergt. Ein Südtiroler Landwirt hat sie gefertigt, nun ist sie der Blickfang in der Kapelle, sobald man sie betritt.

Holzstatue vom Heiligen Valentin in der Kapelle

Kirchenbau am Berg

Aus Steinen, die oben am Berg vorhanden waren, haben Arbeiter das malerische Kirchlein in den Sommermonaten 2008 und 2009 erbaut. Für sie wurde eine Unterkunft aus Holz errichtet, die noch heute oben neben der Kirche steht. So mussten die Arbeiter nicht täglich auf- und absteigen – anders als Mama Obermair: Sie brachte täglich Verpflegung zu ihnen hinauf.

Foto vom Aufbau der Kapelle zum Heiligen Valentin | Foto: Familie Obermair

Traumblick – Traumfoto

Vor der Kapelle haben wir einen traumhaften Blick auf den Zillergrund-Speicher, die Bergwelt der Reichenspitzgruppe, auf die beliebte Hohenau-Alm („Klein Tibet“) und auf die Plauener Hütte. Nun wollen wir das Kirchlein mit Speichersee im Hintergrund fotografieren. Dazu klettern wir hinter der Kapelle auf großen Steinen den Berg hinauf. Das lohnt sich: Wir haben das Traumfoto im Kasten – die Alpenrose im Vordergrund, das Kirchlein in der Mitte und den Stausee im Hintergrund.

Traumfoto von der Kapelle zum Heiligen Valentin: Alpenrose, Kapelle und Zillergrund-Speicher

So wanderst Du zur Kapelle

Von dem Gasthaus “Einkehr zum Adlerblick”, das direkt an der Staumauer des Zillergrund-Speichers in luftiger Höhe an die Felsen des Berges gebaut wurde und nur mit dem Bus erreichbar ist, führt ein Wanderweg zur Kapelle des Heiligen Valentin hinauf. Die offizielle Gehzeit liegt bei einer Stunde – und die brauchen wir auch. Auch wenn der Steig bei weitem nicht so steil ist, wie andere ihn beschreiben, ist er an einzelnen Stellen sehr schmal. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit werden hier oben benötigt.

Einkehr zum Adlerblick: Gasthaus der Familie Obermair und Ausgangspunk für die Wanderung zur Kapelle zum Heiligen Valentin, wenn Du die Wanderung von der Staumauer beginnst

Der Steig führt uns mitten durch die Lawinenverbauungen den Berg hinauf – das ist ungewöhnlich, aber dank des herrlichen Ausblicks auf den Stausee trotzdem sehr schön. Kletterpassagen gibt es auf dem Weg zur Kirche nicht, nur für das Traumfoto von der Kapelle müssen wir über die Felsen hinter dem Kirchlein klettern. Eine Gams huscht über das Plateau unterhalb der Kapelle. Es ist so herrlich hier.

Felsen hinter der Kapelle zum Heiligen Valentin: Wenn Du hier noch etwas hinauf kletterst, kannst Du Dein Traumfoto von der Kapelle schießen.

Die „Einkehr zum Adlerblick“ lohnt sich

Nun sitzen wir nach dem Abstieg von der Kapelle bei den Obermairs auf der Terrasse des Adlerblicks. Der Marillenkuchen schmeckt lecker. Er wurde von Mama Obermair selbst frisch gebacken, wie uns der junge Wirt – ihr Sohn – erzählt. Für gute Stimmung sorgt er auch: mit freundlichem Service und “Adlerblut”, dem Hausschnaps von der Schwarzen Johannisbeere. Und so ist der Adlerblick, den Du mit dem Bus oder zu Fuß erreichst, ein toller Abschluss für die Wanderung.

Marillenkuchen im Gasthaus Einkehr zum Adlerblick

Tipp für Wanderer mit etwas mehr Puste

Wanderern mit einer normalen bis guten Kondition empfehlen wir, die Tagestour an der Jausenstation Bärenbadalm im Zillergrund zu starten. Von dort brauchst Du 1 bis 1,5 Stunden zu Fuß, um das Gasthaus “Einkehr am Adlerblick” an der Staumauer zu erreichen. In einer weiteren Stunde gelangst Du zur malerischen Kapelle zum Heiligen Valentin. Der Abstieg bis zur Staumauer ist ein Muss, danach kannst Du auch den Bus zurück zur Jausenstation Bärenbadalm nehmen. Dort lohnt es sich, zum Abendbrot einzukehren. Das Essen ist lecker und der Service sehr gut.

Bärenbadalm im Zillergrund: Perfekt für eine Einkehr nach der Wanderung

Ein Tipp für heiße Tage

Auf dieser Wanderung hast Du an sonnigen Tagen wenig Schatten. Wir empfehlen Dir deshalb, Dich gut vor der Sonne zu schützen. Dafür kannst Du auch das Kirchlein nutzen und so die wahre Stille finden – die Einkehr in Dich selbst.

Mehr Tipps: 10 leichte Wanderungen mit Hütteneinkehr

Dir hat die Wanderung gefallen und Du suchst noch mehr Inspirationen? Schau Dich bei uns im Blog um und entdecke unsere 10 leichten Wanderungen mit Hütteneinkehr.

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