Foto Rotbachlspitz Zillertal

Rotbachlspitze: Eisgipfel-Panorama auf knapp 3.000 Metern

Mit 2.897 Metern ist die Rotbachlspitze ein echtes Erlebnis für Dich, wenn Du nicht so oft auf knapp 3.000 Metern Höhe wanderst. Wir verraten Dir, welche sechs Highlights die Wanderung zur Rotbachlspitze für Dich zum Erlebnis machen (Beitrag aktualisiert am 17.07.2019).

Wanderbeschreibung für die Rotbachlspitze

Eisgipfelpanorama und Blick bis nach Italien

Als wir 2016 vom Schlegeis-Speicher losgewandert sind, hatten wir die Rotbachlspitze nicht fest geplant. Wir wollten damals nur die zwei Stunden bis zum Pfitscherjoch-Haus wandern, konnten der Versuchung aber nicht widerstehen. Am Ende des Tages haben wir einen der höchsten Gipfel erklommen, den wir bisher gewandert waren: die Rotbachlspitze auf knapp 3.000 Metern Höhe.

Die Tour zur Rotbachlspitze hat uns begeistert: Am Gipfelkreuz angekommen, bewunderten wir die hohen Berge um uns herum, die ein beeindruckendes Eisgipfelpanorama bildeten. Von der Rotbachlspitze sahen wir bei klarer Sicht herüber bis nach Italien. Eine herrliche Wanderung!

Sechs Highlights auf dem Weg zur Rotbachlspitze

Wir haben sechs Gründe, warum sich der mühsame Aufstieg zur Rotbachlspitze für Dich lohnt:

1. Herrlicher Schlegeisstausee

Du startest die Wanderung zur Rotbachlspitze am schönsten Stausee des Zillertals: dem Schlegeisspeicher. Er liegt inmitten des Zillertaler Naturparks hinter Ginzling und ist Ausgangspunkt für viele Wanderungen und Hütten auf dem Berliner Höhenweg. Wenn Du noch nie am Schlegeisstausee warst, solltest Du Dich unbedingt auf dem Weg dorthin machen.

An sonnigen Tagen ist die Sicht auf den Schlegeisspeicher mit dem dahinter liegenden Gletscher gewaltig. So startet Deine Wanderung sofort mit einem tollen Erlebnis und schönen Fotos.

Schlegeisspeicher Zillertal
Schlegeisspeicher: Startpunkt für viele Wanderungen im Zillertal

2. Leichte Wanderung nach Italien

Auf dem Weg zur Rotbachlspitze wanderst Du über die Grenze nach Italien. Selbst wenn Du mit Kindern oder konditionell weniger starken Wanderern unterwegs bist, kannst Du den leichten Teil der Wanderung bis zum Pfitscherjoch-Haus gehen.

Das Pfitscherjochhaus im Zillertal
Das Pfitscherjochhaus ist ein beliebtes Ziel: Von Italien kommen hier viele Radfahrer hinauf, vom Zillertal viele Wanderer. An sonnigen Tagen ist es hier sehr voll.

Der Grenzstein kurz vor dem Pfitscherjoch-Haus ist ein beliebtes Fotomotiv. An einem Tag von Österreich nach Italien wandern – das ist ein echtes Highlight für Groß und Klein. Ob Du zur Rotbachlspitze weitergehst, kannst Du später immer noch entscheiden.

Grenzstein am Pfitscherjoch-Haus
Der Grenzstein nahe Pfitscherjoch-Haus: Hier wanderst Du von Deutschland nach Italien

Die Wanderung zum Pfitscherjoch-Haus hat aber auch einen Haken: Sie ist alles andere als einsam und ruhig. Vor allem aus Italien kommen viele Radfahrer über einen Wirtschaftsweg direkt zur Hütte hinauf. Die Wanderungen vom Schlegeisspeicher sind ebenfalls beliebter geworden. Das gilt auch für diesen leichten Tourenabschnitt.

Wanderweg zum Pfitscherjoch-Haus
Leichte Wanderung zum Pfitscherjoch-Haus: Bis zur Lavitzalm ist die Wanderung relativ flach, danach nimmt die Steigung zu, die Wanderung bleibt technisch aber unschwierig

Ab dem Pfitscherjoch-Haus trennt sich die Spreu vom Weizen. Auf dem Weg zum Gipfel sind kaum Menschen unterwegs.

3. Stärkung am Pfitscherjoch-Haus

Der Weg zum Gipfel ist lang. Um so schöner ist es, dass genau zur Halbzeit der Tour das Pfitscherjoch-Haus auftaucht.

Pfitscherjoch-Haus Zillertal
Pfitscherjoch-Haus an sonnigen Tagen: Gut besucht – vor allem von Bikern

Mit den Hüttenmakkaroni und anderen Gerichten haben wir uns auf unserer Wanderung gestärkt. Allerdings mussten wir fast 30 Minuten in der langen Selbstbedienungsschlange des Pfitscherjoch-Hauses warten. Für die Pasta und die kühlen Getränke hat es sich aber gelohnt, anzustehen.

Hüttenpasta Pfitscherjoch-Haus Zillertal
Hütten-Pasta beim Pfitscherjoch-Haus: eine Stärkung bevor es hoch auf die Rotbachlspitze geht

Zwischen Schlegeisspeicher und Pfitscherjoch-Haus liegt noch die Lavitzalm, die in den Sommermonaten ebenfalls geöffnet hat.

4. Nervenkitzel kurz vor dem Gipfel

Wenn Du vom Pfitscherjoch-Haus weiter aufsteigst, geht es 45 bis 30 Minuten vor dem Gipfel ordentlich zur Sache. Passagen mit Felsblöcken und ein steiler Schotterweg fordern unsere Kondition und vielleicht auch Deine.

Wenn Du auf freiem, steilen Gelände und Schotter nicht gern einen Berg hinab gehst, wird Dich der Abstieg einige Nerven kosten. Zwischenzeitlich hatte ich tatsächlich weiche Knie. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit musst Du auf diesem schwierigen Wanderweg auf jeden Fall mitbringen.

Aufstieg Rotbachlspitze
Ein steiler Aufstieg über Schotter zur Rotbachlspitze

Wegen der letzten, steilen Passage vor dem Gipfel bewerten wir diese Wanderung als schwer, obwohl sie in einzelnen Wanderbüchern nur als mittelschwer (rot) eingestuft wird.

5. Blick auf die Eisriesen

Diverse Wanderführer haben uns die Wanderung zur Rotbachlspitze schmackhaft gemacht: mit einem Ausblick auf die Eisriesen der Zillertaler Alpen – im Süden auf den Hochferner und die Weißspitze und im Norden auf den Schrammacher mit mächtigem Gletscher.

Die Eisriesen können wir bei klarer Sicht bestaunen und unsere Augen kaum mehr abwenden. Auf unseren Gipfelfotos sind im Hintergrund die schneebedeckten Felsgipfel zu sehen, die uns auf dem Kreuz ein wunderschönes Panorama schenken. Das solltest Du nicht verpassen.

Eisgipfelpanorama Rotbachlspitze
Eisgipfel-Panorama auf dem Weg zur Rotbachlspitze: Bei diesem Ausblick macht das Wandern besonders Spaß

6. Genießer-Gipfel Rotbachlspitze

Dieser beinahe 3.000 Meter hohe Gipfel bietet uns am Kreuz Platz für eine ausgedehnte Rast. Das ist auf felsigen Gipfeln über 2.500 Metern oft nicht möglich.

Am Gipfelkreuz angekommen, können wir bei schönem Wetter entspannt im Gras liegen und den Ausblick auf die Eisgipfel genießen. Hier oben sind wir fast allein und ungestört.

Rotbachlspitze Gipfelkreuz Zillertal
Eisgipfelpanorama auf knapp 3.000 Metern Höhe. Eine wahnsinnig tolle Tour mit Murmeltier am Gipfelkreuz.

Da ist es kein Wunder, dass sich ein junges Murmeltier blicken lässt und in aufrechter Haltung direkt vor uns Ausschau hält, ohne uns zu bemerken. Natur pur und ein atemberaubendes Bergerlebnis – das bietet Dir die Rotbachlspitze.

Murmeltier am Gipfelkreuz der Rotbachlspitze Zillertal
Ein Murmeltier kurz vor dem Gipfel der Rotbachlspitz

In Summe haben wir knapp 2 Stunden vom Pfitscherjochhaus bis zum Gipfel gebraucht und waren vom Schlegeis (Parkplatz nahe Dominikushütte) etwa 4,5 Stunden Stunden unterwegs.

Wenn Du konditionell noch mehr kannst als wir, wirst Du in den letzten 45 Minuten vor der Rotbachlspitze bestimmt einige Minuten sparen. Gleiches gilt für den Rückweg zum Pfitscherjochhaus, für den wir mit 1:45 Stunden fast genauso lange brauchten. Uns hat der steile Abstieg doch etwas Zeit gekostet.

Haben Dir unsere sechs Highlights und unsere Wanderbeschreibung gefallen? Dann hinterlasse uns hier einen Kommentar. Wir würden uns sehr freuen.

Diesen Artikel haben wir zuletzt am 17.07.2019 aktualisiert.

Deine nächste Wanderung: die Wetterkreuzspitze

Einer der schönsten Gipfel ist für mich die Wetterkreuzspitze. Sie ist nicht so bekannt wie viele umliegende Gipfel oberhalb der Zillertaler Höhenstraße und damit fast noch ein Geheimtipp im vorderen Zillertal. Erfahre mehr über die Wanderung zur Wetterkreuzspitze: Eine Wanderbeschreibung gibt es in unserem Blogbeitrag.

3 Gedanken zu “Rotbachlspitze: Eisgipfel-Panorama auf knapp 3.000 Metern

  1. Hallo Christina,
    der kurze Austausch über das Erlebnis „Rotbachlspitz“ hat mir Spaß gemacht. Nachdem ich mir deine Blogs noch mal durchgeschaut habe, konnte ich feststellen, dass ich da vor einiger Zeit schon mal ausführlich gelesen hatte, auch in den Tipps für Wanderungen mit Kindern. Ich hatte deine Seiten sogar in meinen „Favoriten“ . Ich fahre auch seit über 20 Jahren regelmäßig 1x jährlich ins Zillertal, seit 2 Jahren sogar 2x, da ich mich für den Alpenverein zusätzlich noch an Arbeitseinsätzen auf der Berliner Hütte beteilige. Im Winter war ich – mangels Zeit – noch nie im Zillertal, soll aber ab 2019 fest eingeplant werden, da Zeit dann kein Hindernis mehr sein wird 😉 …
    Ich werde jetzt mal regelmäßig bei Dur stöbern.
    Wenn du willst, kannst du ja auch mal bei mir in die Alben schauen, da findest du auch Zillertal-Bilder aus den letzten Jahren.
    Herzlichen Gruß aus Berlin
    Heidi

    1. Hallo Heidi, es freut mich, dass unsere Seite es schon bei Dir in die Favoriten geschafft hatte. Wir fahren Beide schon mehr als 20 Jahre ins Zillertal – das haben wir gemeinsam. Trotzdem entdecke ich immer wieder Neues, wandere aber auch gern ein weiters Mal die gleiche Strecke. Dein Engagement beim Alpenverein ist vorbildlich. Toll! Im Winter reizen mich die Schneeschuhwanderungen. Das will ich unbedingt mal machen. In Deine Alben schau ich gern mal rein. Wenn Du mal ein Interview für tourtricks mit Deinen besten Tipps geben möchtest, gib Bescheid. Das wäre bestimmt spannend, solange wie Du schon ins Zillertal fährst.

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