Foto Rotbachlspitz Zillertal

Die Erlebnistour zur Rotbachlspitz: Eisgipfel-Panorama auf beinahe 3.000 Metern

Mit 2.897 Metern ist die Rotbachlspitz ein echtes Erlebnis für alle, die noch nicht so oft nahe der 3.000 Meter Grenze unterwegs waren. Wir haben sechs Gründe für Euch, warum die Wanderung zur Rotbachlspitz ein Erlebnis ist.

Tourtricks-Steckbrief zur Rotbachlspitz

  • Start:
    • Parkplatz des Schlegeisstausees, ca. 1.790 Meter Höhe
    • Anfahrt: bis Mayrhofen, dann durch Ginzling / Maut: 12 Euro für PKW
  • Ziel:
    • Rotbachlspitz, 2897 Meter Höhe
  • Dauer:
    • 4 h vom Parkplatz nahe Zamsgatterl am Ende der Fahrstraße
    • 4,5 h von Dominikushütte an Staumauer
  • Einkehr:
    • Lavitz-Alm nach ca. 1,5 h (nicht immer geöffnet)
    • Pfitscherjochhaus nach ca. 2 bis 2,5 h (Selbstbedienung / Mittagessen)
  • Weitere Infos:

Sechs Gründe für die Tour zur Rotbachlspitz

Die Tour zur Rotbachlspitz hat mich begeistert. Hier kommen die fünf Gründe, warum die Tour ein echtes Erlebnis für Euch ist.

#1 Tourenstart am Schlegeisstausee

Ihr startet die Tour am schönsten Stausee des Zillertals, dem Schlegeisstausee. Er liegt inmitten des Zillertaler Naturparks hinter Ginzling und ist Ausgangspunkt für viele Wanderungen und Hütten auf dem Berliner Höhenweg. An sonnigen Tagen ist die Sicht auf den Stausee mit dem Gletscher gewaltig. Neuerdings könnt Ihr sogar die Staumauer hochklettern – der Schlegeis kennt keine Grenzen.

Foto vom Schlegeis Stausee Zillertal
Der schönste Stausee im Zillertal: Schlegeis-Stausee hinter Ginzling im Zillertaler Naturpark

#2 Einreise nach Italien

Auf dem Weg zur Rotbachlspitz passiert Ihr die Grenze nach Italien. Der Grenzstein kurz vor dem Pfitscherjochhaus zeigt Euch genau, wo Ihr Österreich verlasst. An einem Tag von Österreich nach Italien wandern – das ist ein echtes Erlebnis für Groß und Klein. Einziger Haken: Wer sein Auto am Anfang des Parkplatzes nahe der Dominikushütte und der Staumauer parkt, wird es vermutlich nicht in den angegebenen zwei Stunden bis zum Pfitscherjochhaus schaffen und damit auch viereinhalb Stunden zur Rotbachlspitze brauchen. Parkt Ihr Euer Auto weiter hinten am Stausee – am Zamsgatterl – verzichtet Ihr zwar auf ein paar schöne Stauseefotos, braucht aber nur die angegebenen vier Stunden zur Rotbachlspitz.

Foto vom Pfitscherjochhaus
In zweieinhalb Stunden vom Schlegeis-Speicher zum Pfitscherjochhaus: Im Sommer ist es an sonnigen Tagen sehr voll hier

Von der Rotbachlspitz selbst könnt Ihr ebenfalls nach Italien schauen. Ein wunderschöner Ausblick erwartet Euch.

#3 Pause auf dem Pfitscherjochhaus

Der Weg zum Gipfel ist lang. Um so besser ist es, wenn genau zur Halbzeit der Tour eine Hütte mit kühlen Getränken auf Euch wartet und Ihr sogar einen Snack nehmen könnt. Mit den Hüttenmakkaroni vom Pfitscherjochhaus habt Ihr genug Energie, um die Rotbachlspitz zu bezwingen. Aber Vorsicht: Mit einem vollen Bauch fällt das Wandern schwer. Ist das Wetter gut, kann es allerdings wegen der Selbstbedienung etwas dauern, bis Ihr bei der recht langen Schlange an der Reihe seid. Für die Pasta lohnt es sich aber, anzustehen.

Pfitscherjochhaus Essen Hüttenmakkaroni
Lecker: Die Hüttenmakkaroni beim Pfitscherjochhaus

#4 Ein roter Gipfel mit Nervenkitzel

Bis zum Pfitscherjochhaus ist die Tour recht einfach. Kurz hinter dem Zamsgatterl am Ende der Fahrstraße geht Ihr einen Weg mit Steinen und Steinplatten. Teilweise nehmen hier trotzdem einige Radfahrer den Weg und tragen an einzelnen unwegigen Stellen Ihr Rad. Hinter der Lavitz-Alm, die wir nach zirka 1,5 Stunden vom Zamsgatterl erreichen, wird der Weg mit den Steinplatten etwas steiler. Das könnte ein Grund sein, warum die Wanderung bis zum Pfitscherjochhaus von Wanderbüchern wie Bruckmanns Wanderführer Zillertal als mittelschwer und nicht als leicht mit bewertet wird.

Foto vom Aufstieg zum Pfitscherjochhaus Zillertal
Leichter Aufstieg zum Pfitscherjochhaus: Auf einem mit Steinen versetzten Weg geht es hoch zur Hütte

Leichten Nervenkitzel spüren wir Flachländer, die einen beinahe 3.000 Meter hohen Gipfel nicht so häufig besteigen, ca. 45 bis 30 Minuten vor dem Gipfel. Hier kommt erst eine sehr felsige Passage mit Felsblöcken und dann ein direkt steil zum Gipfel führender Schotterweg. Wer solche steilen Schotterwege nicht kennt, kann hier beim Abstieg schnell weiche Knie bekommen. Absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind erforderlich. Im Vergleich zu anderen schwarz markierten Touren wie dem Weg vom Spieljoch zum Kellerjoch über den Alpinsteig ist die Bewertung der Wanderung als mittelschwerer roter Weg im Rother Wanderführer Zillertal recht mild ausgefallen. Nach mehr als 20 Jahren wandern im Zillertal hätte ich ihn als schwierig klassifiziert.

Foto von der Rotbachlspitz zillertal
Abstieg von der Rotbachlspitz: Auf einem steilen Schotterweg geht es hinab

#5 Blick auf die Eisgipfel der Zillertaler Alpen

Bruckmanns Wanderführer und Rother Wanderführer Zillertal versprechen einen Ausblick auf die Eisriesen der Zillertaler Alpen – im Süden auf den Hochferner und die Weißspitze und im Norden auf den Schrammacher mit mächtigem Gletscher. Hier haben uns die Wanderführer nicht zu wenig versprochen. Auf unseren Gipfelfotos sind im Hintergrund die schneebedeckten Felswände zu sehen, die uns auf dem Kreuz ein wunderschönes Panorama schenkten.

Aussicht Aufstieg Rotbachlspitz
Aufstieg zur Rotbachlspitz: Die schneebedeckten Felsen machen es einem schwer, sich auf den Weg zu konzentrieren. Was für ein Ausblick.

#6 Ein Gipfel zum Genießen

Dieser beinahe 3.000 Meter hohe Gipfel bietet Wanderern etwas Platz für eine ausgedehnte Rast am Gipfelkreuz. Was auf felsigen Gipfeln um 2.500 Metern oft nicht möglich ist, bietet die Rotbachlspitz. Oben angekommen zeigt sie sich bei schönem Wetter von der gemütlichen Seite. Wanderer liegen im Gras vor dem Gipfelkreuz, genießen den Ausblick und entdecken dabei sogar Murmeltiere in direkter Umgebung des Gipfels.

Murmeltier Rotbachlspitz Zillertal
Ein Murmeltier kurz vor dem Gipfel der Rotbachlspitz

Für uns hat sich die Tour zum Gipfel deutlich gelohnt. Wie im Rother Wanderführer von 2010 beschrieben, haben wir die knapp 2 Stunden vom Pfitscherjochhaus bis zum Gipfel gebraucht und in Summe 4,5 Stunden von der Dominikushütte an der Staumauer.

Wer konditionell noch besser drauf ist als wir, kann die letzten 45 bis 30 Minuten bis zur Rotbachlspitz bestimmt etwas schneller schaffen und die einen oder anderen Minuten rauslaufen. Gleiches gilt für den Rückweg zum Pfitscherjochhaus, für den wir als ungeübte Flachländer mit 1:45 Stunden fast genauso lange brauchten.

Gipfel Rotbachlspitz
Das Gipfelkreuz der Rotbachlspitz bietet ein malerisches Panoramea

Ihr habt die Tour zur Rotbachlspitz auch gemacht? Was habt Ihr erlebt?

Die tourtricks-Touren im Zillertal

 

 

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