Blick auf Wetterkreuzspitze Zillertal

Zwei-Gipfel-Rundtour: zwischen Wetterkreuzspitze und Gedrechter

Einer der schönsten Gipfel im vorderen Zillertal ist die Wetterkreuzspitze. Die herrliche Rundtour über die Wedelhütte und den Gipfel des Gedrechter ist eine Wanderung der Gegensätze.

tourtricks-Steckbrief: Zwei-Gipfel-Rundtour

  • Start/Ziel
  • Gipfel:
    •  Wetterkreuzspitze
    • Gedrechter
  • Einkehr
    • Wedelhütte
    • ggf. Hochalm
  • Dauer:
    • Wetterkreuzspitze: 2h
    • Wedelhütte: 3,5 h
    • Gedrechter: 4,25 h
    • Skihütte: 5h
  • Schwierigkeitsgrad:
    • bis Wedelhütte über Wetterkreuzspitze: mittelschwer
    • Abstieg von Wedelhütte über Gedrechter: leicht
  • Fahrrad / Kinderwagen:
    • mit Rad oder Kinderwagen ist Rundtour nicht möglich
    • Skihütte bis Hochalm: geeignet für Kinderwagen / Rad
  • Anfahrt mit Auto:
    • Auffahrt zur Zillertaler Höhenstraße, z.B. von Ried / Kaltenbach
    • Weitere Infos zur Anfahrt auf der Website des Murmellandes
    • Parken: zwischen Kaltenbacher Skihütte und Zirmstadl
  • Anfahrt mit dem Bus:
    • Höhenstraßenbus, z.B. von Kaltenbach: Fahrplan
  • Weitere Infos:

Die geheime Rundtour über die Berge

Nur über die Schilder an der Kaltenbacher Skihütte erfahren wir von der schönen Gipfelrundtour über die Wetterkreuzspitze und den Gedrechter. Sie wird uns in die Welt von früher ohne den Skizirkus entführen und uns kurz darauf in die harte Realität dieser Zeit zurückführen. Es ist eine Wanderung der extremen Gegensätze. Trotzdem: Diese Tour lohnt sich!

Der Rother Wanderführer Zillertal und Dumont aktiv Wandern im Zillertal haben die Rundtour und die Wetterkreuzspitze nicht im Programm – ein Fehler, wie wir finden. Denn der Gipfel der Wetterkreuzspitze ist einer der wenigen auf dieser Bergseite im vorderen und mittleren Zillertal, der vom Skizirkus noch unberührt geblieben ist. Von dort haben wir einen wunderschönen Blick auf Hochfügen, ins Zillertal und hinüber auf die Kellerjochkapelle – unserer persönlichen Lieblingstour mit der schönsten Aussicht im Zillertal.

Ausblick von der Zillertaler Höhestraße
Zillertaler Höhenstraße: Eine wunderschöne Aussicht ins Zillertal

Einer der wenigen Wanderführer, der einen Hinweis auf die Rundtour gibt, ist Bruckmanns Wanderführer Zillertal: Allerdings müssen wir hier alle Details der Tour zur Wetterkreuzspitze im Text ab Seite 52 exakt lesen, um den Hinweis zu finden. Die Tourenskizze in Bruckmanns Wanderführer Zillertal schickt uns sonst auf gleichem Wege wieder zur Kaltenbacher Skihütte zurück.

Kaltenbacher Skihütte: Tourenstart beim Murmeltierland

Die Rundtour über die Wetterkreuzspitze und den Gedrechten startet an der Kaltenbacher Skihütte. Ihr erreicht sie über die Zillertaler Höhenstraße von Ried in Zillertal Mitte oder mit dem Höhenstraßenbus, zum Beispiel vom Bahnhof in Kaltenbach. Hier geht es zum Fahrplan.

Ob Bus oder Auto: Ihr solltet bei dieser Tour wieder genug Zeit für die Anfahrt einplanen. Zwischen 45 Minuten und einer Stunde kann es dauern, ehe Ihr oben auf der Höhenstraße mit Eurer Wanderung beginnt. Mit dem Bus kommt Ihr am Zirmstadl an. Das Gasthaus liegt zirka 2 Minuten zu Fuß von der Kaltenbacher Skihütte entfernt. Falls Ihr mit dem Auto hinauffahrt, könnt Ihr am Straßenrand zwischen den Gasthäusern parken, müsst aber vorher die Maut für die Höhenstraße zahlen.

An der Skihütte angekommen, wartet ein großes Murmeltiergehege auf die vielen Tagesgäste, die dort zu Besuch kommen. Die Kaninchen – sonst die Stars der Kinder – sind hier nur Nebensache. Während sich die Kinder mit den Tieren die Zeit vertreiben, sitzen die Eltern oft auf der Terrasse der Skihütte oder kaufen einige der ausgefallenen Souvenirs, die dort angeboten werden. Wir lassen uns nicht lange von den niedlichen Tierchen ablenken und starten die Rundtour.

Murmelland Kaltenbacher Skihütte Zillertal
Fast zum Anfassen nah: Die Murmeltierte im Murmelland an der Kaltenbacher Skihütte im Zillertal

Über Hubertuskapelle und Hochalm zur Wetterkreuzspitze

Wir gehen zur fünf Minuten entfernten Hubertuskapelle, von der wir bei schöner Sicht einen wunderbaren Ausblick auf das mittlere Zillertal haben. Hier führt uns der Weg noch auf einer Fahrstraße entlang bis wir die Hochalm nach zirka 45 Minuten erreichen. Dort gab es früher immer eine Brotzeit und Getränke – dieses Mal haben wir aber Pech. Es ist niemand da. Ihr solltet Euch deshalb lieber nicht darauf verlassen, auf der Hochalm einkehren zu können.

Hochalm Zillertal
Die Hochalm im Zillertal: Ein urige Alm, die vielleicht doch eine Jause bietet, wenn der Bauer mal da ist

Dabei wäre Kraft tanken an dieser Stelle noch einmal angebracht: Denn jetzt müsst Ihr die Höhenmeter machen – über einen gut markierten Weg geht es zirka 1 Stunde und 15 Minuten die Wiesen hinauf. Kurz vor dem Kreuz und auf dem Gipfel verdient sich die Wanderung ihre Einstufung als mittelschwerer Weg. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind erforderlich. Zwar können wir am Gipfelkreuz gemütlich auf dem Stein sitzen, viel Platz für Fotos und zum Auftreten haben wir aber nicht. Dafür habt Ihr eine grandiose Aus- und Weitsicht auf das Zillertal, wenn Ihr den Gipfel erreicht. So dicht am Skigebiet und trotzdem so ruhig und naturnah.

Aufstieg Wetterkreuzspitze
Der Aufstieg zur Wetterkreuzspitze: Was hier aussieht wie ein kleiner Hügel erfordert Schwindelfreiheit und Trittsicherheit
Wetterkreuzspitze im Zillertal
Die Wetterkreuzspitze im Zillertal: Ein herrlicher Rundumblick ins Zillertal, Richtung Hochfügen und Innsbruck

Wedelhütte: Gourmet auf 2.350 Metern Höhe

Fünf Minuten entfernt vom Kreuz ist ein Wegweiser, an dem wir auch beim Aufstieg vorbei kommen. Wir folgen ihm nach links und machen uns auf den Weg zur Wedelhütte. Die Wanderung führt uns am Grat entlang. In Summe müsst Ihr hier noch drei Anstiege nehmen, bekommt dafür aber viel Ruhe und Natur geboten und einen schönen Blick auf Hochfügen.

Zirka 1,5 Stunden, nachdem Ihr Euch von der Wetterkreuzspitze auf den Weg gemacht habt, erblickt Ihr das Dach der Wedelhütte. Hier ist der ursprüngliche und naturnahe Teil der Wanderung schlagartig zu Ende. Von Baggern aufgewühlte Fahrstraßen und eine große Baugrube für einen weiteren Beschneiungsteich zeigen Wanderern, was der Massenskizirkus für Veränderungen in den Bergen bringt. Wer das Wandergebiet von früher kennt, hat hier Tränen in den Augen und wünschte sich, dass die Schultz-Gruppe Tirol – das größte Skiimperium in Familienhand – das Skigebiet hier weniger stark ausbauen würden.

Baustelle Kaltenbacher Skigebiet
Baustelle für einen neuen Beschneiungsteich im Kaltenbacher Skigebiet

Von all den Baumaßnahmen bekommt Ihr auf der Terrasse der Wedelhütte, die 2009 extra für den Skizirkus gebaut wurde, allerdings nichts mit. Das edle 5-Sterne-Berghaus gehört gemeinsam mit der Kristallhütte am anderen Ende des Kaltenbacher Skigebiets ebenfalls zur Schultz-Gruppe. Im Sommer hat die Wedelhütte donnerstags bis sonntags für Euch geöffnet. Hier ist es modern und luxuriös, trotzdem seid Ihr auch mit Bergschuhen willkommen und bekommt gehobene Küche zu fairen Preisen, wenn Ihr bis 17 Uhr dort ankommt. Das Essen schmeckt hervorragend: Das Schnitzel kommt mit Preiselbeeren in einem kleinen geschlossenen Gläschen mit Wedelhütten-Aufschrift daher. Der Kaiserschmarrn überzeugt uns mit seiner Kugel Vanilleeis und den Pflaumen, die noch mit dabei sind. Das ist ein echtes Kontrastprogramm zur urigen kleinen Hochalm.

Wedelhütte im Zillertal
Die Wedelhütte im Zillertal: Eigentlich für den Skizirkus gebaut – im Sommer aber auch von Donnerstag bis Sonntag offen
Schnitzel Wederhütte
Bei kleinem Hunger teilt die Wedelhütte ihr Schnitzel auf zwei Personen auf. Lecker!
Kaiserschmarrn auf der Wedelhütte
Kaiserschmarrn auf der Wedelhütte: mit Pflaumenkompott und Vanilleeis

Abendsonne auf dem Gedrechter genießen

Auf der Fahrstraße, die wegen der Skilifte entstanden sind, geht es bergab zum Gedrechter. Er ist mittlerweile umzingelt von Fahrstraßen und ragt nur noch als kleiner Hügel dazwischen empor. Für wenige Minuten Aufstieg verlassen wir die Fahrstraße und gehen zum Gedrechter hinauf. In Summe benötigen wir nur 45 Minuten von der Wedelhütte hier her. Er liegt an schönen Tagen wunderschön in der Abendsonne. Ein herrlicher Höhepunkt für das Ende unserer Wanderung, der uns die Auswirkungen des Skizirkus wieder etwas vergessen lässt. Der Abstieg vom Gedrechter dauert nur 45 Minuten und schlängelt sich auf einem recht breiten Wanderweg einfach hinunter zur Skihütte.

Gedrechter Zillertal
Auch in der Abendsonne schön: Der Gedrechter

Kurze Familienwanderung zum Gedrechter

Wer nicht so weit wandern möchte oder nur eine kurze Familienwanderung zum Gipfelkreuz unternehmen will, kann von der Skihütte in 1 bis 1,5 Stunden direkt zum Gedrechter wandern. Dafür nehmt Ihr den leichten Weg, den wir für unsere Tour als Abstieg genutzt haben. Der Weg beginnt gleich hinter dem Murmeltiergehege an der Skihütte und ist mit Bergschuhen auch für Kinder geeignet.

Murmelland Zillertal
Zurück am Murmelland: Abendbrot für die Murmeltiere

Und so bleibt die Zillertaler Höhenstraße rund um die Kaltenbacher Skihütte ein Ort der Gegensätze: Ein Naturerlebnis für sportlich aktive Wanderer und ein echter Spaß für die ganze Familie.

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