Grawandhütte in Winterlandschaft

Winterwanderung im Zillertal: auf zur Grawandhütte

Auf der Grawandhütteim Zillertal heizt Euch Hüttenwirt Martin an kalten Tagen in seiner Stub’n ordentlich ein. G’mütlichkeit und hier und da a Gaudi sind bei ihm Programm. Die Tour zur Grawandhütte ist eine einfache Herbst- oder Winterwanderung, die Ihr nicht verpassen solltet.

Start der Tour: Alpengasthaus Breitlahner
Adresse für das Navi:Dornauberg 70, 6295 Ginzling
Dauer der Tour: ca. 1,5 Stunden
Schwierigkeit: leicht (Fahrstraße)
Mehr Infos:http://www.grawandhuette.at/
Weitere Ziele: Alpenrosenhütte, Berliner Hütteat

Foto von Grawandhütte
Grawandhütte bei Schnee: ein romantischer Kraftplatz mit Herz

Eigentlich hauptsächlich im Sommer betrieben ist die Grawandhütte ein beliebtes Pausenziel für Tages- und Mehrtageswanderer zur Berliner Hütte am Berliner Höhenweg. Dann machen es sich die Gäste bei Sonnenschein auf der Terrasse gemütlich. Die Wanderung vom Breitlahner über die Grawandhütte zur Berliner Hütte (ca. 1,5 h) ist eine als leicht klassifizierte Wanderung, die in flottem Schritt zirka drei Stunden dauert. Wer die Fahrstraße ab Alpenrosenhütte nicht wieder zurück wandern möchte oder beim Hinweg Zeit sparen möchte, nutzt das Wandertaxi. Infos gibt es in Ginzling am Naturparkhaus oder telefonisch bei den Hüttenwirten.

Unser Besuch im Herbst

„whlzeR“ steht auf einem kleinen Schild oberhalb einer Glocke, die jeder bei Wirt Martin in der Grawandhütte läuten kann. Das Schild und die kleine Glocke fallen uns in der gemütlichen Stube der Hütte sofort ins Auge. In der Nähe der Glocke sitzt eine gut gelaunte Herrenrunde: Sie bedankt sich für den Begrüßungsschnaps bei Hüttenwirt Martin mit einem Lied.

Glocke in der Grawandhütte
Die Glocke in der Grawandhütte: whlzeR – wer hier läutet zahlt eine Runde

Ein Loblied auf den Hüttenwirt

Der laute Gesang der Männer bringt Freude: „Martin, wir danken Dir. Martin, wir danken Dir. Martin, wir danken Dir – für diesen Schnaps. Es ist so schön, wenn’s nix koscht. Es ist so schön, wenn’s nix koscht. Es ist so schön, wenn’s nix koscht – auf Martin ein Prost.“

Die Gratisschnapserl von Hüttenwirt Martin erreichen kurz darauf auch uns: Eine fruchtig milde Zirbe stimmt uns nach dem Gesang der lustigen Herrenrunde weiter fröhlich. Derweil scherzt Martin mit seinen Gästen weiter.

Foto Gratisschnaps Grawandhütte Zirbe
Gratisschnapserl in der Grawandhütte: eine fruchtig milde Zirbe

Die Herrenrunde verabschiedet sich langsam aus der urigen Stube des „Kraftplatzes mit Herz“, wie sich die Grawandhütte selbst nennt. Derweil genießen wir den leckeren hausgemachten Kaiserschmarrn mit Preiselbeeren und Apfel an unserem gemütlichen Zweier-Tisch am Fenster, aus dem wir hinaus in die verschneiten Berge schauen. Lecker schmeck’s. Der Weg hat sich gelohnt.

Grawandhütte von innen
Gemütlich und urig zugleich: die Grawandhütte ist ein einzigartiger Kraftplatz – auch an kalten Tagen

Kraftplatz mit Herz für Schlechtwettertage und im Winter

Im Regen haben wir uns an diesem trüben Herbsttag in wetterfester Kleidung vom Parkplatz am Breitlahner hinter Ginzling auf den Weg zur Grawandhütte gemacht. Auf einer Fahrstraße brauchen durchschnittliche Wanderer 1,5 Stunden zur Hütte hinauf – eine leichte Tour, die fast jeder auch bei schlechtem Wetter im Herbst oder bei Schnee im Winter bewältigen kann.

Wer Fragen zur Wegbeschaffenheit und den Öffnungszeiten hat, schaut einfach auf der Facebook-Seite der Grawandhütte vorbei: Kaum eine Schutzhütte ist dort so aktiv, wie dieser Kraftplatz mit Herz.

Breitlahner im Zillertal
Start der Tour am Gasthof Breitlahner: Am Anfang noch Regen, später dann Schnee…

Uns selbst hindert der Schnee an diesem Septembertag daran, weiter zu gehen: ab der Grawandalm ist der Weg gesperrt – wegen Lawinengefahr. Hüttenwirt Martin warnt seine Gäste vorbildlich und ermutigt uns, noch bis zur Sperrstelle zu gehen und die Winterlandschaft zu genießen. Nur 15 Minuten ist die Grawandalm von der Grawandhütte entfernt: Für diesen einzigartigen Winterzauber lohnt sich der kurze Aufstieg. Danke Martin, für diesen Tipp!

Grawandalm im Zillertal
Grawandalm oberhalb der Grawandhütte: eine herrliche Winterlandschaft erwartete uns

Eine Schneeballschlacht, einen gebauten Schneemann und einer kurzen Winterwanderung später saßen wir wieder in der Grawandhütte. Die rustikale Hütte ist der perfekte Kuschelplatz für kühle Herbst- und Wintertage, an denen lange Tagestouren wie die zur Berliner Hütte nicht möglich sind. Eine Teufelsgeige, ein ausgestopftes Murmeltier, Geweihe und Künstlerfotografien zaubern ein gemütliches Ambiente in der urigen Stube. Auch wenn die Hütte selbst für den Sommer gebaut ist und der Betrieb im Herbst und Winter einigen Aufwand mit sich bringt, scheut Wirt Martin für seine Gäste keine Mühen: Zwei Heizgeräte bringen die kleine Stube auf Temperatur – die große Stube für große Gruppen bleibt heute leer.

Für Gruppen und je nach Schneesituation auch im Winter geöffnet

Seitdem Martin die Hütte vor knapp zwei Jahren als Pächter übernommen hat, ist die Grawandhütte zeitweise auch im Winter geöffnet – vor allem, wenn sich Gruppen ankündigen. „Es ist hier einfach auch bei kaltem Wetter wunderschön. Trotzdem müssen unsere Gäste verstehen, dass bei uns im Winter nicht alles so wie im Sommer läuft“, erklärt uns Wirt Martin beim Plausch. Das betrifft beispielsweise die Toiletten: „Im Winter haben wir kein fließendes Wasser. Dann wird hier von Hand mit einem Eimer Wasser gespült“. Kompromisse sind an kalten Tagen nötig, haben bisher aber fast noch niemandem etwas ausgemacht.

Wirt Grawandhütte Zillertal Martin mit Gäste vor Grawandhütte
Gruppenfoto mit Hüttenwirt Martin vor der Grawandhütte: als Fremde gekommen und als Freunde gegangen

Mit Leib und Seele Hüttenwirt: Martin von der Grawandhütte

Als Hüttenwirt ist Martin ein echter Quereinsteiger: Über 20 Jahre arbeitete er als Ingenieur, viele Jahre davon in der Automobilbranche – unter der Woche lebte er sogar in Berlin. „Der Traum eine eigene Hütte zu führen, entstand, als ich an den Wochenenden in der Küche des Friesenberghauses aushalf“, so Martin beim Plausch. Erst führte er ein Jahr den Breitlahner, bevor er dann vor zwei Jahren die Grawandhütte übernahm.

Doch allein lässt sich der Hüttenbetrieb nicht meistern: Zweimal die Woche kommt Martins Frau Elisabeth zur Hütte rauf und unterstützt den humorvollen Hüttenwirt und Hüttenhund Livi beim Betrieb. So lassen sich auch die einen oder anderen Hürden des Hüttenbetriebs gut überwinden. Dazu gehören zum Beispiel die Auflagen, die oft Herausforderungen mit sich bringen. Im Umgang mit seinen Gästen hat Wirt Martin die schwierigen Themen dann schnell wieder vergessen. Und so erfahren wir vor dem Abschied noch, was die Aufschrift über der Glocke bedeutet: „whlzeR – Wer hier läutet, zahlt eine Runde“.

Hüttenhund Livi von der Grawandhütte
Hüttenhund Livi von der Grawandhütte sorgt wie Wirt Martin für Gemütlichkeit

Ähnlich urig: die Maxhütte in der Gunggl

Ähnlich urig wie die Grawandhütte ist die Maxhütte in der Gunggl. Wirtin Christa verwöhnt Euch in der Stube oder auf der Terrasse mit selbstgebackenem Kuchen oder leckeren Kaiserschmarrn. Die Wanderung eignet sich auch bei schlechtem Wetter und führt Euch in ein einzigartig abgelegenes Seitental des Zemmtals in den Zillertaler Alpen – die Gunggl, die nur zu Fuß erreichbar ist. Erfahrt mehr über die Wanderung in die Gunggl, in unserem Blogbeitrag über die Maxhütte.

Maxhütte in der Gunggl
Die Maxhütte im Zillertal: Eine der urigsten Hütten im Zillertal. Wirtin Christa Sandhofer hat viele Geschichten über die Hütte parat.

Wanderungen im Zillertal: Die tourtricks-Touren im Überblick

2 Gedanken zu “Winterwanderung im Zillertal: auf zur Grawandhütte

  1. An der Grawandhütte bin ich bislang immer „nur“ vorbeigegangen, auf meinem Weg hoch zur Berliner Hütte, den ich jedes Jahr 2x gehe (und wieder runter, klar). Den Hüttenwirt mag ich total, der hat sich schon an mein Gesicht gewöhnt und erkennt mich immer wieder – „Du bist doch die Kleine mit dem viel zu großen Rucksack“ … so sein Kommentar letztes Jahr, als ich wieder mit meinem viel zu schweren Rucksack (12kg) für eine Arbeitswoche auf die Berliner Hütte gekraxelt bin. Allerdings ist vorbei gehen nicht ganz richtig: für einen Almdudler muss die Zeit immer reichen! Früher war die Hütte im September (Zeit meiner jährlichen Wanderwoche) immer zu – jetzt zum Glück nicht mehr. Eigentlich schade, dass die meisten dran vorbei gehen, die netten Gastgeber haben sicher mehr zu bieten…

    1. Hallo Heidi, Martin und seine Frau Elisabeth von der Grawandhütte sind so nett, da sollte man sich die Zeit nehmen und anhalten. Martin hat eine Zeit lang in Berlin gelebt: Da haben wir Berliner genug Gesprächsstoff. Wir sind auch über viele Jahre dran vorbei gegangen, weil die Berliner Hütte immer unser Ziel war, bis wir dieses Jahr wegen der Lawinensperrung nicht weiter gehen konnten. Und es hat sich gelohnt. Wir hatten einen tollen Tag und saßen lange mit Martin zusammen. Trotzdem ist die Berliner Hütte natürlich sehr sehenswert. Gruß und danke für Deinen Kommentar.

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